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Entwurf des
Wachstumschancengesetz 2024
– das muss die Lohnbuchhaltung wissen

Entwurf Wachstumschancengesetz 2024

Am 17.11.2023 hat der Deutsche Bundestag das Wachstumschancengesetz verabschiedet, aber rechtskräftig ist es noch nicht: Erst muss es den Bundesrat passieren. Wie auch immer: Das Wachstumschancengesetz wird eines Tages kommen, sei es auch in leicht veränderter Form. Wenn es in Kraft tritt, dann wird seine Geltung auf den 1. Januar 2024 vorgezogen. Das ist ein guter Grund, schon heute zu überlegen: Wie wirkt sich das Wachstumschancengesetz auf die Lohnbuchhaltung aus?

Welche Änderungen bringt das Wachstumschancengesetz für die Lohnabrechnung 2024?

Eine Vielzahl der Bestimmungen des neuen Gesetzes betrifft die Lohnabrechnung. Im Folgenden werden wir die gesetzlichen Neuregelungen für 2024 im Überblick vorstellen. Wir haben zwölf Punkte identifiziert, die für Ihre Personalabteilung interessant sein könnten.

Verpflegungsmehraufwand wird erhöht

Die Verpflegungspauschalen für Ihre reisenden Mitarbeitenden werden wie folgt angehoben: 

  • von 28 auf 32 Euro steigt der Pauschbetrag für Verpflegungsmehraufwendungen für jeden vollen Kalendertag, an dem der Mitarbeiter weder zu Hause noch an seiner ersten Tätigkeitsstätte ist.
  • Von 14 auf 16 Euro steigt die Verpflegungspauschale für Tage, an denen der Mitarbeiter von seiner Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte mehr als acht Stunden abwesend ist, ohne jedoch auswärts zu übernachten.
  • Ebenfalls von 14 auf 16 Euro steigt die Pauschale für An- und Abreisetage bei mehrtägiger auswärtiger Unterbringung, unabhängig davon wie lange der Mitarbeiter an diesen An- und Abreisetagen von der ersten Tätigkeitsstätte bzw. seiner Wohnung abwesend ist.

Pauschbetrag für Berufskraftfahrer steigt

Wichtig für Unternehmen, die als Frachtführer tätig sind: Der Pauschbetrag für Berufskraftfahrer, die im Fahrzeug übernachten, wird von 8 Euro auf 9 Euro angehoben.

Höherer Listenpreis für privat genutzte E-Dienstwagen

Dienstwagenflotten werden zunehmend elektrifiziert. Bei privat genutzten E-Dienstwagen wird nur ein Viertel des Bruttolistenpreises, bzw. bei Fahrtenbuchregelung nur ein Viertel der Anschaffungskosten oder vergleichbarer Aufwendungen angesetzt – wenn der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs nicht mehr als 70.000 Euro beträgt. Früher lag diese Preisgrenze bei 60.000 Euro. Dies gilt entsprechend auch bei der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer.

Steuerfreibetrag für Betriebsveranstaltungen

Der Steuerfreibetrag für Betriebsveranstaltungen soll nach dem Wachstumschancengesetz von 110 Euro auf 150 Euro angehoben werden. Die Ländervertreter hingegen, wollen den Freibetrag nicht verändern.

Hintergrund: Sie als Unternehmer müssen bei bis zu zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr darauf achten, dass die Kosten pro Teilnehmer den Betrag von 150 Euro nicht übersteigen. Tun sie das, gilt der übersteigende Betrag als Arbeitslohn und es muss Lohnsteuer darauf abgeführt werden.

Versorgungsfreibetrag sinkt nur noch halb so schnell

Nach § 19 Abs. 2 EStG bleiben bei Versorgungsbezügen ein prozentual ermittelter und nach oben gedeckelter Versorgungsfreibetrag sowie ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag steuerfrei.

Ab dem Jahr 2023 soll der Prozentwert, der zur Bemessung des Versorgungsfreibetrages anzuwenden ist, nur noch um 0,4 Prozentpunkte pro Jahr sinken statt wie bisher um 0,8 Prozentpunkte.

Der Höchstbetrag soll ab dem Jahr 2023 jährlich um 30 Euro und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag jährlich um 9 Euro verringert werden.

Rentenbesteuerung – Anstieg verlangsamt

Mit Wirkung ab 2023 soll der Besteuerungsanteil für jeden neuen Renteneintrittsjahrgang (§ 22 Nr. 1 Satz 3 EStG) nur noch um einen halben Prozentpunkt pro Jahr ansteigen. Bisher war es ein ganzer Prozentpunkt jährlich.

Für den Renteneintrittsjahrgang 2023 würde somit der Besteuerungsanteil 82,5 Prozent betragen und die Renten des Renteneintrittsjahrgangs 2058 würden erstmals zu 100 Prozent besteuert.

Altersentlastungsbetrag – Rückgang verlangsamt

Da der Besteuerunganteil langsamer steigt, sinkt analog dazu auf der anderen Seite der Altersentlastungsbetrag (§ 24a Satz 5 EStG), nämlich von 0,8 Prozent auf 0,4 Prozent. Auch diese Anpassung soll ab dem Jahr 2023 gelten. Der Höchstbetrag soll nur noch um 19 Euro pro Jahr sinken, bisher waren es 38 Euro pro Jahr. Diese Neuregelung soll ebenfalls ab 2023 gelten.

Fünftelungsregelung wird gekippt

Die komplizierte so genannte Fünftelungsregelung in der Lohnsteuer soll zukünftig entfallen. Ihre Mitarbeiter können diese Tarifermäßigung nach § 34 EStG jedoch weiterhin mit der Einkommensteuerveranlagung geltend machen.

Hintergrund: Bisher konnte die Tarifermäßigung des § 34 Abs. 1 EStG für bestimmte Arbeitslöhne bereits bei der Berechnung der Lohnsteuer berücksichtigt werden. Die Berechnung war für Arbeitgeber aber sehr kompliziert und das Ergebnis musste meist bei der Veranlagung ohnehin korrigiert werden. Die Abschaffung der Fünftelungsregelung spart der Lohnabrechnung Arbeit. Die Neuregelung gilt erstmals für das Jahr 2024.

Gruppenunfallversicherung – Pauschalbesteuerung unabhängig von Beitragshöhe

Bei der Gruppenunfallversicherung bringt das Wachstumschancengesetz eine Vereinfachung: Künftig können Sie als Arbeitgeber die Beiträge pauschal mit 20 Prozent versteuern, unabhängig von der tatsächlichen Beitragshöhe. Bisher war die pauschale Besteuerung mit 20 Prozent abhängig davon, dass der steuerliche Durchschnittsbetrag ohne Versicherungssteuer nicht mehr als 100 Euro pro Jahr betrug.

Freibetrag für Geschenke an Externe wird angehoben

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Bisher konnten Sie Geschenke an Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner nur bis maximal 35 Euro pro Empfänger und Jahr als Betriebsausgaben absetzen. Das wurde zu Recht als unzulänglich erkannt. Nach dem Wachstumschancengesetz steigt daher die Höchstgrenze für Geschenke auf 50 Euro pro Empfänger und Jahr. Jetzt können Sie sich großzügiger zeigen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter – Grenze erhöht

Nach der neuen Gesetzgebung können Sie geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von maximal 1.000 Euro direkt vollständig als Werbungskosten bei Angestellten abziehen.

Fazit

Das umfangreiche Wachstumschancengesetz mit all seinen Auswirkungen auf die Lohnbuchhaltung zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, eine gute Software für die Entgeltabrechnung zu verwenden, die gesetzlichen Änderungen zeitnah abbildet. Das spart Unternehmen viel Zeitaufwand und bringt ihnen Rechtssicherheit beim wichtigen Thema der Entgeltabrechnung. Ein Dutzend Neuregelungen, die Ihre Lohnbuchhaltung betreffen können, sind im Wachstumschancengesetz versteckt.

So steigen zum Beispiel einige Pauschalen, etwa für Verpflegungsmehraufwand, Pro-Kopf-Kosten von Betriebsveranstaltungen und Geschenke. Die Rentenbesteuerung steigt nur noch halb so schnell und analog dazu sinkt der Altersentlastungsbetrag ebenfalls nur noch halb so schnell. In ähnlicher Weise sinkt auch der Prozentwert zur Bemessung des Versorgungsfreibetrages nur halb so schnell. Und die komplexe Fünftelungsregelung gehört endlich der Vergangenheit an. Ist nun das Wachstumschancengesetz tatsächlich der große Wurf, der unsere Wirtschaft rettet? Das bleibt abzuwarten.

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